Forschung

Das wissenschaftliche Forschung am Institut für Klinische Chemie beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit folgenden drei Themenbereichen:

Tumorentstehung und Karzinogenese

Die Tumorentstehung wird als ein mehrstufiger Prozess mit Anhäufung diverser genetischer Veränderungen und daraus resultierend veränderter Phänotypen verstanden. Dabei werden zelluläre Prozesse wie Zellteilung und -wachstum und programmierter Zelltod beeinflußt. Die Tumorigenese kolorektaler Tumore ist von besonderer epidemiologischer Bedeutung und daher Gegenstand intensiver Forschung. Hier werden zwei Aspekte der Tumorigenese besonders untersucht, zum einen die Bedeutung des Tumorsuppressorgens CEACAM1

Entzündung und Immunsystem

Eine weitere sehr bedeutende Rolle bei der Tumorentstehung spielen auch Mechanismen wie sie bei entzündlichen Prozessen auftreten. Von erheblicher Bedeutung für die Tumorentstehung sind ebenso auch Interaktionen zwischen (prä-)malignen Zellen und dem Immunsystem. Daher werden hier insbesondere auch die Funktion und Bedeutung von Toll-like Rezeptoren bei chronisch und akut entzündlichen Prozessen untersucht. Ein weiterer Focus liegt auf der Charakterisierung eines erst seit kurzem bekannten Teil des Immunsystems von T-Zellrezeptor-tragenden neutrophilen Granulozyten.

Proteomics und Massenspektrometrie

Nach großen Fortschritten in der Analyse von DNA und RNA gewinnt nun die Analyse der Proteine als eigentliche Funktionsträger immer mehr an Bedeutung. Dies ist zum einen logische Konsequenz aus der DNA-Analyse zum anderen aber auch Folge einer gewaltigen technischen Innovation auf diesem Gebiet. Die systematische Analyse von Proteinen und anderen Substanzen in großem Durchsatz mit massenspektrometrischen Verfahren erlaubt multiparametrische Momentaufnahmen von zellulären Prozessen oder Zuständen wie auch Verlaufsuntersuchungen. Hier werden solche Verfahren zum einen zum Protease-profiling im Zusammenhang mit der Tumorigenese untersucht, zum anderen aber auch zum drug-monitoring zur Überwachung der therapeutischen Spiegels zytostatischer Substanzen eingesetzt.

 

Die besondere apparative Ausstattung des Instituts für Klinische Chemie umfasst u. a.

  • mehrere HPLC-Systeme, darunter ein Nano-flow-HPLC-System,
  • automatische Tandem-HPLC (PF2D),
  • LC-MALDI-Spotter,
  • zwei MALDI-Massenspektrometer (TOF-TOF),
  • ein Ionenfallen-Massenspektrometer,
  • LC-MS-MS (LTQ Orbitrap)
  • mehrere RealTime-PCR-Systeme,
  • ein Kapillarsequencer,
  • ein Pyrosequencer,
  • automatisierte DNA-Isolierung,
  • ein Biosensorik-Analysesystem (Biacore 3000),
  • BD FACSCalibur mit cell sorter,
  • BD free flow-Elektrophorese.

Neben dieser speziellen apparativen Ausstattung für Forschung- und Methodenentwicklung verfügt das IKC über entsprechend ausgestattete Labore (Isotopenlabor, gentechnische Labore der Stufe S1).