Sehr geehrte Patientin, sehr geehrte Familie!

In Deutschland ist Brustkrebs die häufigste Krebsart bei Frauen. Für die weibliche Normalbevölkerung besteht ein Lebenszeitrisiko von ca. 10% an Brustkrebs und 1% an Eierstockkrebs zu erkranken. In manchen Familien tritt Brustkrebs gehäuft auf. Man geht davon aus, dass in etwa 5% aller Brustkrebsfälle die Anlage für Brustkrebs von der Mutter oder dem Vater vererbt werden. Betroffene vererben diese Anlage  wiederum mit 50% Wahrscheinlichkeit an ihre Kinder. Die Familie gilt in diesem Fall als Hochrisikofamilie.Frauen, welche Brustkrebs-Gene BRCA-1 oder BRCA-2 tragen, haben ein erhöhtes Risiko von bis zu 90%, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken und ein Risiko von bis zu 80%, dass auch in der anderen Brust irgendwann ein Tumor wächst. Die Erbgutveränderungen erhöhen außerdem das Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken auf bis zu 60%.


Wann ist eine genetische Beratung sinnvoll und wichtig?

An eine vererbareUrsache sollte man denken, wenn ...

... in ihrer Familie bei mehreren engen Verwandten (vor allem Geschwister, Eltern, Kinder oder Großeltern) gehäuft bösartige Tumoren in folgenden Organen auftreten:

  •  Brust
  • Eierstock
  • Magen
  • Prostata
  • Haut
  • Bauchspeicheldrüse
  • Gebärmutterschleimhaut
  • Dickdarm

 ... die Diagnose Krebs bei einer Person in der Familie vor dem 36. Lebensjahr gestellt wird.

 ... zwischen dem 11. und 18. Lebensjahr ein Morbus Hodgkin festgestellt und eine Strahlentherapie durchgeführt wurde.

 ... bereits eine verwandte Person an Brustkrebs erkrankt ist und mehrere  der folgenden Tumor-Eigenschaften vorliegen:

  • beidseitiges Auftreten
  • Hormonrezeptor und „Her2“-Expression negativ
  • eine hohe Zellteilungsrate (G3 oder Ki67>30%)
  • Zytokin 5/6 Expression
  • medullärer Karzinomtyp

 

 Folgende Punkte helfen, das Risiko zu  bewerten:

  • Wer ist erkrankt?
  • Mit welchem Alter wurde der Krebs festgestellt?
  • Welcher Krebs wurde festgestellt?
  • Gibt es Unterlagen über die Erkrankung?

Was kann man tun?


Wann und wo erfolgt die Beratung?


Weiterhin hat sich bereits eine Selbsthilfegruppe organisiert, die deutschlandweit ein Netz von betroffenen Frauen bildet und so eine lebensnahe Beratung ermöglicht.
BRCA-Netzwerk: www.brca-netzwerk.de

Wie komme ich zur Erstberatung?

Sollte eine der oben gennanten familiären Risikokonstellationen auf Sie zutreffen, bitten Sie Ihren Frauen- oder Hausarzt um eine Überweisung an unser Brustzentrum und vereinbaren einen Termin unter 0621 - 383 - 2288 in der Sprechtunde "Familiärer Brust- und Eierstockkrebs".

Informationen für Ärzte

Ihre Ärzte des Interdiziplinären Brustzentrum Mannheim.