Intraoperative Radiotherapie (IORT) beim Mammakarzinom

Die intraoperative Radiotherapie beim Mammakarzinom wird an unserem Klinikum mittlerweile seit 6 Jahren entweder als Boostbestrahlung vor externer Strahlentherapie oder als alleinige strahlentherapeutische Behandlung durchgeführt. Allen Patientinnen, bei denen ein Mammakarzinom mit einer Größe von ≥ 2 cm und/oder eine nicht rein-duktal-invasive  Histologie diagnostiziert wurde, die aber dennoch brusterhaltend operiert werden können, wird im Rahmen einer interdisziplinären präoperativen Fallbesprechung eine IORT als vorgezogener

Boost vorgeschlagen. Die nach abgeschlossener Wundheilung folgende perkutane Nachbestrahlung verkürzt sich dann bei diesen Patientinnen um ca. 2 Wochen. Im Rahmen der internationalen Studiengruppe wurden bisher die Ergebnisse von 300 Patientinnen mit IORT als Boost ausgewertet,  die Lokalrezidivrate lag nach über 5 Jahren bei erfreulich niedrigen 2,6%.

Patientinnen mit Mammakarzinomen, die ≤ 2 cm sind, eine rein duktal-invasive Histologie aufweisen und älter als 50 Jahre sind, werden, nachdem zuvor ihr Einverständnis zur Teilnahme eingeholt wurde, in die internationale zweiarmige Multicenterstudie „ TARGIT “ eingeschlossen. Patientinnen in Arm A werden alleinig intraoperativ bestrahlt, Patientinnen in Arm B werden mit einer konventionellen externen Strahlentherapie über einen Zeitraum von knapp 6 Wochen behandelt.

Alle Patientinnen werden nach IORT regelmäßig (alle 6 bzw. 12 Monate) wieder in unsere strahlentherapeutische oder gynäkologische Ambulanz einbestellt, um den Verlauf und die möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen engmaschig kontrollieren und dokumentieren zu können. Die bisherigen Erfahrungen bzgl. der Nebenwirkungen an Haut und Unterhautfettgewebe sind gut. Bei den bisher behandelten IORT-Patientinnen (ca. 250) traten unmittelbar postoperativ nur bei wenigen geringgradige Nebenwirkungen wie Erytheme, Wundheilungsstörungen und Hämatoserome auf. Bei der sorgfältigen Nachbeobachtung der intraoperativ bestrahlten Patientinnen ist die am häufigsten auftretende Nebenwirkung eine kleinvolumige fibrotische Induration im Bereich des ehemaligen Tumorbettes. Die weitere Nachbeobachtung bei dieser noch relativ neuen Therapieoption ist aber dennoch unbedingt notwendig.

Ansprechpartner:

Klinik für  Strahlentherapie und Radioonkologie, Universitätsklinikum Mannheim:
Prof. Dr. med. Frederik Wenz, mail
OÄ Dr.med.Uta Kraus-Tiefenbacher, mail
Tel:  0621-383-3530 
Fax: 0621-383-3493

Universitätsfrauenklinik, Universitätsklinikum Mannheim:
Prof. Dr. med. Marc Sütterlin, mail
OA Dr.med.O.Tomé, mail
Tel:  0621-383-2286 
Fax: 0621-383-3814

Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim